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Charge einfach erklärt

Veröffentlicht Dez. 06, 2024
Bunte Flaschen auf einem Förderband in einer Fabrik.

Was ist eine Charge?

In der Produktion und Logistik bezeichnet eine Charge eine exakt definierte Menge eines Produkts oder Materials, die unter identischen Bedingungen hergestellt oder verarbeitet wurde. Vereinfacht ausgedrückt: Alles, was in einem einzigen „Produktionslauf“ entsteht, gehört zur gleichen Charge.

Der Begriff „Charge“ leitet sich ursprünglich vom französischen Wort „charger“ ab, das „laden“ bedeutet. Sprachlich hat er somit einen völlig anderen Ursprung als das ähnlich klingende englische Wort „charge“.

In diesem Artikel:

Unterschiede zwischen Charge, Los und Serie

Begriffe wie Charge, Los oder Serie tauchen im Produktionsumfeld oft gemeinsam auf. Eine Charge beschreibt in der Regel eine klar abgegrenzte Menge, die unter gleichen Bedingungen gefertigt wurde.

Ein Los bezieht sich dagegen meist auf eine wirtschaftlich geplante Menge, etwa in der Beschaffung.

Der Begriff Serie wird eher im Maschinen- und Anlagenbau verwendet und steht dort für Produkte mit identischer Konstruktion, nicht zwingend mit identischen Fertigungsbedingungen.

Besonders in der Prozessindustrie ist der Begriff Charge jedoch der relevante Standard, etwa wenn es um die Dokumentation oder um gleichbleibende Produktqualität geht.

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Sicher rückverfolgen mit sicheren Chargen!

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In welchen Bereichen sind Chargen wichtig?

Chargen begegnen uns in vielen Bereichen der Industrie und spielen eine zentrale Rolle für Sicherheit, Qualität und Transparenz. Hier ein Überblick, wo und warum Chargen besonders relevant sind:

Chargen in der Produktion

In der Produktion sorgen Chargen dafür, dass Produkte im Falle von Qualitätsereignissen schnell identifiziert werden können. So lassen sich betroffene Mengen gezielt zurückhalten oder zurückrufen – ohne Auswirkungen auf andere Chargen oder den gesamten Produktionsprozess.

Chargen in Logistik und Lager

Durch Chargenkennzeichnung lässt sich der Warenfluss klar dokumentieren. Unternehmen sehen auf einen Blick, wann und wo eine bestimmte Charge gelagert oder transportiert wurde. Das erleichtert nicht nur Rückverfolgung und Rückrufe, sondern verbessert auch die Bestandsverwaltung.

Chargen und Rückverfolgbarkeit

In regulierten Branchen wie der Pharma-, Lebensmittel- oder Chemieindustrie ist die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Chargen gesetzlich vorgeschrieben. Sie stellt sicher, dass Unternehmen im Fall von Rückrufen oder Kontrollen schnell und zuverlässig reagieren können.

Chargen in der Lieferung

Chargen spielen auch bei der Anlieferung von Rohstoffen oder der Auslieferung von Waren eine wichtige Rolle. Sie dienen als Nachweis für die Herkunft, sichern die Qualitätskontrolle und ermöglichen eine transparente Dokumentation entlang der Lieferkette.

Chargen in Einkauf und Verkauf

Im Einkauf und Verkauf unterstützen Chargen unter anderem bei der Rückverfolgbarkeit, Qualitätssicherung und im Lieferantenmanagement. Sie helfen dabei, Prozesse transparent zu gestalten, Anforderungen zu erfüllen und Vertrauen bei Kunden sowie Behörden zu schaffen.

Wann ist die Arbeit mit Chargen gesetzlich vorgeschrieben?

In vielen Industrien ist die Dokumentation von Chargen gesetzlich vorgeschrieben – insbesondere, wenn Produkte für den menschlichen Verzehr oder medizinische Anwendungen bestimmt sind.

In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie beispielsweise müssen Unternehmen jederzeit nachweisen können, wann und unter welchen Bedingungen eine bestimmte Menge hergestellt, gelagert oder ausgeliefert wurde.

Grundlage dafür sind unter anderem gesetzliche Vorgaben wie die EU-Verordnung 178/2002 oder das Arzneimittelgesetz.

In welchen Branchen werden Chargen eingesetzt?

Chargen kommen vor allem in der sogenannten Chargenfertigung zum Einsatz – also dort, wo Produkte in klar abgegrenzten Mengen hergestellt werden. Typische Branchen sind:

  • Pharmazie
  • Biotechnologie
  • Chemie
  • Lebensmittel
  • Kosmetik
  • Medizintechnik

In diesen Industrien sind Unternehmen in der Regel gesetzlich verpflichtet, mit Chargennummern zu arbeiten und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit sicherzustellen.

Aber auch darüber hinaus spielt die Arbeit mit Chargen eine wichtige Rolle – zum Beispiel in:

  • Automobilindustrie
  • Textilindustrie
  • Baustoffindustrie
  • Landwirtschaft

Hier geht es vor allem um Qualitätskontrolle, Transparenz in der Lieferkette und eine effiziente Bestandsführung.

Was sagt eine Charge aus?

Eine Charge steht immer für eine klar definierte Menge eines Produkts, die unter identischen Bedingungen hergestellt oder verarbeitet wurde. Sie sorgt für Transparenz und Nachvollziehbarkeit und bildet die Grundlage für Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit. Dabei spielen mehrere Kriterien eine Rolle:

  • Die Herstellbedingungen sind während der gesamten Charge identisch.
  • Chargen können unterschiedliche Eigenschaften haben. Dadurch kann es zu Unterschieden zwischen Chargen kommen, etwa durch schwankende Rohstoffqualitäten oder äußere Einflüsse.
  • Der Produktionszeitraum ist klar abgrenzbar.
  • Die Dokumentation ist lückenlos, sodass Chargen jederzeit rückverfolgt werden können.
  • Die Qualitätsprüfung erfolgt einheitlich und unter gleichen Bedingungen.
  • Alle Vorgänge erfüllen die jeweils geltenden regulatorischen Anforderungen.

Was bedeutet das Aufteilen einer Charge?

Eine Charge lässt sich bei Bedarf auch aufteilen, beispielsweise, wenn sie nur teilweise weiterverarbeitet oder ausgeliefert wird. In diesem Fall bleibt die Verbindung zur ursprünglichen Menge bestehen, sodass jederzeit nachvollziehbar ist, welche Teilmengen wohin gegangen sind.

Praxisbeispiele für Produktchargen

Chargen kommen in vielen Branchen zum Einsatz, jedoch besonders dort, wo gleichbleibende Qualität und genaue Zusammensetzung entscheidend sind. Drei typische Beispiele:

Pharmazeutische Industrie

Bei der Herstellung von Arzneimitteln wird eine Charge unter exakt denselben Bedingungen gepresst und beschichtet. So wird sichergestellt, dass zum Beispiel jede Tablette die gleiche Menge an Wirkstoffen enthält.

Chargen in der Lebensmittelindustrie

Ein Beispiel aus dem Lebensmittelbereich ist die Herstellung von Keksen. Wird eine Charge mit identischen Zutaten und Backzeiten produziert, bleiben Qualität und Geschmack gleich.

Chemische Industrie

In der Chemie ist das Mischverhältnis oft entscheidend. Wird beispielsweise ein Lack in einer Charge mit exakt gleicher Zusammensetzung hergestellt, lässt sich im Fall eines Qualitätsproblems genau nachvollziehen, welche Inhaltsstoffe verwendet wurden.

Gut zu wissen:
Dieses Prinzip gilt nicht nur für stark regulierte Branchen. Es lässt sich auf nahezu jedes Produkt übertragen, das in Chargen gefertigt wird.

Typische Herausforderungen beim Arbeiten mit Chargen

Im Arbeitsalltag kann der Umgang mit Chargen komplex sein. Es geht nicht nur darum, jede produzierte Menge sauber zu dokumentieren, sondern auch, wichtige Informationen zuverlässig zu erfassen, zum Beispiel zur Herkunft der eingesetzten Materialien oder zum Produktionszeitraum.

Auch bei Rückfragen oder Prüfungen muss eine Charge schnell zugeordnet und nachvollzogen werden können. Um das effizient umzusetzen, braucht es klare Prozesse und geeignete Systeme.

Wie unterstützt die ERP-Lösung von Yaveon das Chargenmanagement in der Prozessindustrie?

Die ERP-Lösung von Yaveon ist speziell auf die Anforderungen von Unternehmen aus der Prozessindustrie zugeschnitten, die mit Chargen arbeiten. Es basiert auf Microsoft Dynamics 365 Business Central und ergänzt die Standardfunktionen gezielt um branchenspezifische Erweiterungen für ein effizientes und sicheres Chargenmanagement.

  • Chargenverwaltung mit Yaveon 365 Lot Management
    Chargen und Seriennummern lassen sich in Yaveon 365 um zusätzliche Informationen wie Zugangs-, Herstell- oder Ablaufdaten ergänzen. Diese Daten können bei Bedarf angepasst werden, beispielsweise bei einer Statusänderung. Auch das Aufteilen von Chargen (Chargensplitting) ist möglich. Alle Buchungen bleiben vollständig nachvollziehbar.
  • Qualitätskontrollen mit Yaveon 365 Quality Assurance
    Qualitätsprüfungen können flexibel abgebildet werden. Prüfwerte werden über Prüfpläne mit Artikeln, Chargen oder Seriennummern verknüpft. Das System erstellt die entsprechenden Prüfaufträge automatisch oder manuell – je nach Prozessgestaltung.
  • Produktion mit Yaveon 365 Manufacturing
    In der Produktion lässt sich steuern, welche Chargeninformationen vom Rohstoff auf das Endprodukt übertragen werden. Außerdem können Rohstoffmerkmale in die Merkmalswertberechnung einbezogen werden, um Rezepturen dynamisch anzupassen.
Zur Lösung
Ablauf Wareneingangskontrolle
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Autor Stefan Klammler

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