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Fertigungstiefe

Was bedeutet Fertigungstiefe?

Die Fertigungstiefe zeigt laut Definition den Anteil eines Pro­duktes auf, den ein Unter­nehmen im Rahmen der Wert­schöpfungs­kette selbst produziert. Je höher die Fertigungs­tiefe ist, desto weniger ist eine Firma demnach von Externen abhängig. Die Fertigungs­tiefe wird häufig auch als Produktionstiefe bezeichnet.

Wie wird die Fertigungstiefe berechnet?

Die Fertigungstiefe lässt sich mit folgender Formel berechnen:

Fertigungstiefe in % = Eigenfertigung / Gesamtfertigung x 100 %

Was ist ein Beispiel für die Berechnung der Fertigungstiefe?

Ein Beispiel für die Fertigungstiefe in Unternehmen ist die Herstellung eines Autos. Bei einer niedrigen Fertigungstiefe stellt ein Automobilhersteller zum Beispiel nur die Karosserie her und kauft Motor, Ausstattung und Co. von Lieferanten hinzu. Bei einer hohen Fertigungstiefe hingegen, übernimmt der Automobilhersteller die Fertigung der meisten Komponenten, die für das Kfz benötigt werden, selbst.

Was ist der Unterschied zwischen einer hohen und einer geringen Fertigungstiefe?

Ist die Fertigungstiefe hoch bzw. groß, stellt das Unternehmen die meisten Komponenten, die für das fertige Produkt benötigt werden, selbst her. Bei einer geringen Fertigungstiefe hingegen, bezieht ein Unternehmen viele Teile von externen Partnern, Lieferfanten oder Dienstleistern.

Welche Vor- und Nachteile hat eine hohe Fertigungstiefe?

Vorteile:

  • Das Unternehmen behält die Kontrolle über die Produktion und damit die Qualität des Ergebnisses.
  • Das Unternehmen ist wenig bis gar nicht von Zulieferern abhängig.
  • Das Know-how, um das eigene Produkt herstellen zu können, verbleibt im eigenen Unternehmen.
  • Fertigungszeiten sowie -kosten sind transparenter.

Nachteile:

  • Das Unternehmen hat einen hohen Kapitalbedarf, da die Prozessschritte größtenteils intern abgewickelt werden.
  • Das Unternehmen kann nicht vom Größenvorteil eines spezialisierten Lieferanten profitieren, der aufgrund hoher Stückzahlen sehr günstige Preise hat.
  • Das Unternehmen reagiert schwermütig auf steigende und abnehmende Nachfrage, da die eigene Produktion nur schwer kurzfristig aufgestockt oder heruntergefahren werden kann.

Welche Vor- und Nachteile hat eine geringe Fertigungstiefe?

Vorteile:

  • Das Unternehmen profitiert von niedrigen Preisen der Lieferanten aufgrund deren Größenvorteil.
  • Das Unternehmen reagiert flexibel, wenn sich die Nachfrage verändert.
  • Das Unternehmen muss weniger Lagerfläche zur Verfügung stellen.

Nachteile:

  • Das Unternehmen muss mehr Auf­wand in das eigene Lieferanten­management investieren.
  • Das Unternehmen muss sich um die Beschaffung und Logistik der zuge­kauften Komponenten kümmern.

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Wie lässt sich die optimale Fertigungstiefe herausfinden?

Um die optimale Fertigungstiefe heraus­zufinden, bietet es sich an, passende Faktoren zu hinterfragen. Einige wesentliche sind:

  • Analyse der Kosten

    Unternehmen sollten die Kosten für die interne Produktion sowie die Kosten für den Kauf oder die Auslagerung von Komponenten oder Dienstleistungen gegenüber stellen.

    Das umfasst sowohl die klassischen Produktionskosten als auch Kosten, die für Arbeitskräfte, benötigte Ausrüstung, Schulungen, Logistik und Wartung anfallen.

  • Kernkompetenzen

    Ein weiterer Faktor ist die Identi­fikation Kernkompetenzen des Unternehmens. Liegen diese in der eigenen Produktion, bietet es sich an, viel intern zu fertigen. Hat das Unternehmen seine Stärken eher in anderen Bereichen, kann ex­terne Fertigung die passendere Wahl sein.

  • Aktuelle Nachfrage auf dem Markt

    Aufschluss über die Wahl der optimalen Fertigungstiefe kann auch ein Blick auf die aktuellen Marktverhältnisse bieten. Erwarten Kunden schnelle und flexible Reaktionen, kann eine hohe Fertigungstiefe helfen. Die Pro­duktions­geschwindigkeit lässt sich so einfacher steuern.

  • Interne und externe Risiken bewerten

    Für ein abschließendes Fazit für Fertigungstiefe sollten die ex­ternen und die internen Risiken gegenübergestellt werden. Je nachdem, bei welcher Variante die Risiken geringer sind, verändert sich die Tendenz in Richtung eigene oder ausgelagerte Ferti­gung und damit die optimale Fertigungstiefe.

    Typische interne Risiken sind die Kapitalbindung und Markt­schwankungen. Externe Risiken sind häufig die Produktions­qualität, Zuver­lässigkeit bei Lieferungen sowie der zuver­lässige und sichere Umgang mit Daten.

Beeinflusst Make or Buy die Fertigungstiefe?

Mit Make or Buy ist die Entscheidung gemeint, ob Produkte, Dienstleistungen oder Komponenten vom Unternehmen selbst produziert werden, oder ob Produktion an einen externen Dienstleister vergeben wird. Je nachdem, für welche Variante sich ein Unternehmen entscheidet, steigt oder sinkt die Fertigungstiefe.

Ein BI-System kann bei diesen Überlegungen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Verschiedene Kennzahlen wie Liefertreue, Qualität der Produkte oder auch ganz einfach die Durchlaufzeiten innerhalb des Unternehmens zeigen mögliche Engstellen auf.

Figur, die auf etwas zeigt

Was versteht man unter Fertigungsbreite?

Die Fertigungsbreite meint die Vielfalt der Produkte, die ein Unternehmen anbietet. Eine hohe Fertigungsbreite weist demnach auf eine starke Diversifikation hin, eine niedrige Fertigungsbreite weist auf eine geringe Diversifikation hin.

Ein Beispiel für eine hohe Fertigungsbreite ist ein Unternehmen, das sehr viele verschiedene Produkte im Angebot hat. Ein Unternehmen mit geringer Fertigungsbreite hingegen hat nur wenige unterschiedliche Produkte im Einsatz.

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Autor

Vom ERP über Power BI bis zur Power Platform: Sebastian kennt die Lösungen bis ins Detail und weiß genau, in welcher Kombination sie das größte Potenzial entfalten. Mit viel Know-how, Gespür und Freude am Erklären vermittelt er Kundinnen und Kunden das nötige Wissen. Ein echter Presaler aus Leidenschaft!

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