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Good Distribution Practice (GDP)

Was ist die Good Distribution Practice (GDP)?

Good Distribution Practice (GDP) meint die Anforderungen an die Vertriebskette von Arzneimitteln sowie die Maßnahmen, mit der diese kontrolliert wird. Sie stellt sicher, dass Qualität und Unver­sehrt­heit von Produkten zuver­lässig gewährleistet sind. Fest­gehalten sind diese Punkte in der GDP-Leitlinie. Das deutsche Äqui­valent für Good Distribution Prac­tice ist „Gute Vertriebspraxis“.

Für wen gilt die Good Distribution Practice?

Grundsätzlich gilt die Good Distribution Practice für alle Unternehmen, die Arznei­mittel herstellen und damit hauptsächlich Firmen aus der Pharma-Branche. Weil sich die Good Distribution Practice über die gesamte Supply Chain, vom Versender bis hin zum Empfänger, erstreckt, sind neben Arzneimittelherstellern auch alle Beteiligten aus der Logistik sowie die Softwarepartner von Unternehmen davon betroffen. Ein GDP-Zertifikat belegt, dass diese Unternehmen die nötigen Voraussetzungen erfüllen. Die GDP ist Teil der GxP-Regularien, wie auch die Good Manufacturing Practice.

Was beschreibt die GDP-Leitlinie?

Die GDP-Leitlinie beschreibt die Anforder­ungen an alle betroffenen Bereiche in insgesamt zehn Kapiteln. Dabei handelt es sich um:

  1. Qualitätsmanagement
  2. Personal
  3. Betriebsräume und Ausrüstung
  4. Dokumentation
  5. Betrieb
  6. Beschwerden, Rückgaben, Verdacht auf gefälschte Arzneimittel, Arzneimittel­rückrufe
  7. Ausgelagerte Tätigkeiten/Tätigkeiten im Auftrag
  8. Selbstinspektion
  9. Transport
  10. Besondere Vorschriften für Vermittler

Wer überwacht die Einhaltung der GDP-Anforderungen?

Für die Überwachung sind die GDP-Inspekto­rate der einzelnen Länder der Europäischen Union zuständig. Geprüft wird, ob die Anforderungen Guideline praktisch umge­setzt werden. Um das sicherzustellen, werden Räumlichkeiten, Prozesse sowie Vorgabe- und Nachweisdokumentation geprüft.

Welche Ziele verfolgt Good Distribution Practice?

Sicherheit: Die Good Distribution Practice beugt vor, dass gefälschte Arzneimittel Teil legaler Arzneimittel-Lieferketten werden.

Qualität: Die GDP ist unterstützender Faktor bei der Kontrolle von Vertriebsketten, um die Qualität und Unversehrtheit von Arznei­mitteln sicherzustellen.

Worauf basiert GDP?

Die Good Distribution Practice basiert auf der Richtlinie 2001/83/EG des Europäischen Parlaments und darin auf den Artikeln 84 und 85b(3). In Deutschland integrieren sich diese Leitlinien über den § 1a Qualitäts­sicherungssystem der Arzneimittel­verordnung in die Gesetzgebung.

Wer kann ein GDP-Zertifikat erhalten und was ist der Nutzen?

Eine GDP-Zertifizierung können alle erhalten, die an der Lieferkette des Gesundheits­wesens beteiligt sind. Voraussetzung ist, dass die festgelegten Anforderungen einge­halten werden. Darunter fallen Spedi­teure, Lagerhalter, Logistikdienstleister sowie Transportunternehmen und Vermittler. Eine Zertifizierung ermöglicht den Einstieg in die Pharma-Logistik.

Wie läuft die Zertifizierung gemäß Good Distribution Practice ab?

Im Wesentlichen besteht die Zertifizierung aus sechs Schritten:

  • Zunächst werden offene Fragen geklärt und die folgenden Schritte geplant.
  • Nun findet vor Ort ein Audit statt und die betroffenen bzw. benötigten Dokumente werden geprüft.
  • Es wird ein Auditbericht erstellt und dieser bewertet.
  • Ist die Zertifizierung abgeschlossen, wird das GDP-Zertifikat ausgestellt.
  • Ab sofort findet regelmäßig alle 12 Monate ein Überwachungsaudit statt.
  • Nach drei Jahren erfolgt eine Rezerti­fizierung.

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Kontinuierlich Qualität auf dem höchsten Level: Max Meidl stellt sicher, dass Produkte und Prozesse reibungslos verlaufen sowie die strengen Vorgaben des regulierten Umfelds erfüllt werden.

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